Warum die Hypnose nicht wirkt, wenn sie nicht wirkt

„Der Hypnotiseur hat mir alles mögliche suggeriert – von der letzten Zigarette bis hin zu reiner Lunge. Aber es hat nicht gehalten…Warum?“

Ich möchte heute auf diese Frage eingehen und die Wirkung der Hypnose beleuchten.

Im Allgemeinen wissen wir, dass wir in der Hypnose nichts gegen unseren Willen tun. Ein innerer Widerstand bringt uns aus der Hypnose hinaus.

Wir können davon ausgehen, dass das Gehirn, unser Unbewusstes, unsere „Innenwelt“ genau weiß, was es braucht, um gesund zu sein und wie wir im Leben lachen und uns freuen können. Wir werden unablässig auf diesen stressfreien, energiesparenden, wohltuenden Zustand hingeführt. Dies bedeutet weiter, dass alles, jedes Verhalten von uns, auf einer tiefen Ebene einen Sinn macht, sonst würden wir uns so nicht verhalten.

Milton Ericson, der Vater der modernen Hypnose, hat eine bedeutsame Erkenntnis, ja Prinzip der Welt vermacht: In jedem Symptom liegt die Lösung. Unter „Symptom“ verstehe ich ein Problem, das wir los werden möchten. Ob es sich um ein Krankheitssymptom handelt oder ob es etwas ist, was wir an uns einfach nicht mögen oder das uns wiederholt ein Unbehagen bereitet, dies ist der Schlüssel zu uns, um die Lösung oder Heilung vollziehen zu können.

Aus den Erfahrungen aus meinem Praxisalltag will ich ergänzen, dass sich hinter jedem „Symptom“ ein Bedürfnis verbirgt, das nicht zufrieden gestellt wurde. Das bedeutet, was auch immer das Unbewusste tut, es strebt mit aller Kraft danach, dieses zufrieden zu stellen. Das „Symptom“ ist ein wichtiges Mittel zu diesem Zweck.

Wir werden also stets von unserem Bedürfnis oder von unseren Bedürfnissen gesteuert, auch wenn es uns nicht bewusst ist. Unsere tiefe Sehnsucht nach Erfüllung wird aus der Innenwelt in die Außenwelt getragen – bitte sieh mich, ich suche Befriedigung, Erfüllung, Er-Lösung!

Wir suchen die inneren unerfüllten Bedürfnisse durch unsere Partner, unsere Kinder, unsere Arbeit oder Freizeitbeschäftigung zufrieden zu stellen. Gleichzeitig haben wir immer wieder das Gefühl, beziehungsweise sind wir der Überzeugung, außer wir lenken uns ab, wir bekommen von den anderen oder von dem Leben nicht das, was wir so sehr wollen.

Diese unzufriedenen, ja in der Tiefe oft schmerzhaften, angstvollen, einsamen, verzweifelten Selbst-Teile stellen sich uns mit ihrem Unbehagen immer wieder in den Weg, oft gerade dort, wo wir die sonnige Seite des Lebens suchen.

Wir wollen mit dem Rauchen aufhören, nicht über den Punkt essen und trinken, wir wollen uns bewegen, gesund sein. Wir wollen entschlossen unseren Zielen nachgehen, wir wollen glücklich sein. Und wir stellen fest, wir werden von irgendwo tief drinnen boykottiert.

Wir können uns sehr wohl mit geschickten Strategien ablenken, dass wir diese, uns boykottierende innere Unzufriedenheit, das Unbehagen nicht spüren, aber dieser Selbst-Teil bringt uns dann doch mit seinem Widerstand von unserem Vorhaben ab: "Du willst Wohlbefinden? Geht nicht! Ich fühle mich doch nicht wohl!" Das, was wir bewusst anstreben, findet nicht statt.

Auch der Hypnotiseur kann mit seinem hypnotischen Einsatz diesen unbefriedigten, widerspenstigen Teil von uns umgehen. Aber solange es den Teil gibt, der meint: "ich bin mit deinem Vorhaben nicht einverstanden", kann die Hypnose auf Dauer nicht erfolgreich sein.

Die Aufgabe besteht also darin, dass wir den unzufriedenen Selbst-Teil in uns identifizieren und diesem Selbst genau das geben, wonach es sich sehnt. Es ist eine Frage der Methode, mit welcher wir es tun können. Die Möglichkeiten sind mannigfaltig. Auf jeden Fall handelt es sich dabei um einen Personen-spezifischen Prozess, während dessen es innen friedlich wird, bis sich der Widerstand gelegt hat.

Unser "Symptom" des Nicht-Könnens, Nicht-Mögens, unser Problem hat sich aufgelöst. Wir bekommen von uns selbst ein neues, zufriedenes inneres Bild und die Welt um uns herum schaut ebenfalls entsprechend aus. Wir glauben von innen her, dass alles einen Sinn ergibt.

Die Hypnose kann wirken - mit Nachhaltigkeit.

Mit lieben Grüßen aus Wien - Ludmila

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