Akademie für Potenzialentfaltung: Würdekompass

Im Rahmen der Akademie für Potenzialentfaltung gegründet von Prof. Dr. Gerald Hüther, habe ich vor Kurzem eine Würde-Kompass-Gruppe ins Leben gerufen und hierzu meine Freunde eingeladen.

Doch ich möchte auch Dich ganz herzlich einladen, mitzumachen und dabei zu sein.

 

Würde-Kompass-Gruppe

Wir treffen uns am 22.Juni 2018 um 19 Uhr

in meiner Praxis 1210 Wien, Brünnerstraße 19

Bitte um Anmeldung unter 0676/5311053 oder

ludmila.schuster@gmx.at

 

Im heutigen Blog-Artikel teile ich mit Dir meine Einladung  die auch gleichzeitig meine Einstellung beleuchtet, die mich dazu bewogen hat, diese Gruppe zu gründen:

 

Liebe Freunde!

Gerne möchte ich mit euch die Eindrücke der letzten Zeit teilen, vor allem die, die einen Bezug zu der von mir initiierten Gruppe der Akademie für Potentialentfaltung darstellen.

Letzte Woche habe ich drei Tage bei einem Kongress des Grünen Kreises mit dem Thema Sucht und Bindung verbracht – einem Thema der Beziehungskultur. Einen Tag war ich in einer Arbeitsgemeinschaft, die sich die Aufgabe gestellt hat, das Thema Trauma und die Möglichkeiten seiner Verarbeitung einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Ich habe auch ein langes Gespräch mit einem Mann der Exekutive geführt, dies vor dem Hintergrund des Mordes an einem kleinen Mädchen durch einen jugendlichen Einwanderer.

Mir wurde und wird wieder deutlich bewusst, dass ich mit meiner Welt zu einer sehr privilegierten Gruppe der Menschen gehöre.

Ich bin von Menschen umgeben, die ich gern habe und die mich gern haben. Wir gehen gut miteinander um. Ich schätze meine Arbeit, die gut tut, Freude macht. Ich lebe, bewege mich in einer Gegend, in der im Gras die Gänseblümchen wachsen und das Vergiss-mein-nicht. Durch die Luft flitzen die Schwalben. Die Hühner laufen im Freien herum, die Kühe mit ihrem Stier und den Kälbern grasen auf der Weide. Ich habe genug, um angenehm leben zu können. Ein königliches Leben!

Und ich wünsche mir, dass es uns allen so geht, dass heute, und morgen auch noch, die Welt und Um-Welt heil bleibt.

In den letzten Tagen wurden mir andere Welten vor Augen geführt, die mich wieder einmal ordentlich nachdenklich machten.

Beim Kongress wurden uns verschiedene Statistiken gezeigt. Laut der WHO stehen weltweit die psychischen Erkrankungen an ersten Stelle, noch vor Herz- und Kreislauferkrankungen. Allein in Österreich wurden schon im Jahr 2007 (Wancata 2007) über 7 Millionen Euro für die Behandlung von psychischen Erkrankungen, und die damit verbundenen Krankenstände, ausgegeben. Die psychischen Erkrankungen und ihre Kosten, an erster Stelle Depressionen und Süchte, nehmen rapide zu, so auch in Österreich, dabei wird mehr als die Hälfte der schweren Depressionen gar nicht behandelt. Die aktuellen Zahlen sind erst in Bearbeitung – auf jeden Fall unglückliches Österreich! Die Stimmungsstörungen und Angstzustände in den EU Ländern werden jetzt insgesamt mit 170 Mrd. Euro pro Jahr veranschlagt.

Die Analysen über unsere „westliche“ immer schneller werdende Gesellschaft, über den Trend zum Individualismus und individueller Verantwortung und den Druck im Konkurrenzkampf, machen es deutlich, dass die Menschen viel zu viel durch Überforderung und Erschöpfung in Stress geraten, dadurch ihr Wohlbefinden einbüßen, bzw. krank werden. Der Stress macht sich natürlich auch in Beziehungen und Familien (die ohnehin eine Herausforderung darstellen) bemerkbar, häufig mit schwerwiegenden Störungen der Beziehungsführung, des Sicherheitsgefühls, des Gemeinschaftsgefühls.

Wir können unsere „kränkelnde“ Gesellschaft überblicksmäßig, statistisch anschauen, gleichzeitig den Fokus auch auf kleinere Einheiten richten.

Beim Kongress warf eine Ärztin eine Zwischenbemerkung ein – es gibt immer öfter Mütter, die mit der einen Hand den Kinderwagen schieben und gleichzeitig zum Handy in der anderen Hand schauen und das Bedürfnis des Babys, wahrgenommen zu werden, im freudvollen Kontakt zu sein, ins Leere läuft.

Das Gespräch mit einem Polizisten hat mich sogar sehr nachdenklich gemacht. Er berichtete von der Ohnmacht der Polizisten, die mit der steigenden Frequenz der Gewaltausbrüche, ja Morde konfrontiert werden, oft kaum etwas, bzw. nichts tun zu können. Der Polizist konnte keine Zuversicht zum Ausdruck bringen, er plane seiner jungen Tochter eine Schießwaffe zu besorgen und ihr den Umgang damit beizubringen.

Ich merkte, dass die Angst bei mir anklopfte. Ich befand mich in einem Dilemma: Gebe ich mich der Besorgnis hin und besorge auch Waffen für meine Familie, so wie auch die anderen Österreicher, die sich zunehmend (statistisch nachweisbar) bewaffnen? Oder setze ich weiterhin auf Liebe und Zuversicht?

Ich entschied mich erneut für das Zweite. Ich setze auf ein glückliches Österreich und eine glückliche Welt.

Jetzt möchte ich einen Schwenk zu der Akademie für Potentialentfaltung machen, die mit Gerald Hüther in der letzten Zeit einen besonderen Fokus auf die menschliche Würde als Voraussetzung für die Entfaltung menschlicher Potentiale gerichtet hat. Das Leben in Würde und die Entfaltung der Möglichkeiten, die in uns angelegt sind, bedeuten in meinem Verständnis Freude und Frieden in den Gemeinschaften.

Das habe ich, meine Kinder, alle Kinder, wir Menschen dringend notwendig und daher heißt es für mich, dem nachzugehen.

Gerald Hüther bringt keine neue Lehre oder Religion. Er plädiert   dafür, dass wir uns verbinden und gemeinsam das Bewusstsein unserer Würde (als eine ganz besondere Facette der Liebe und Selbstliebe – das sage ich:-) fördern, stärken und die Möglichkeiten, die in uns angelegt sind, durch freudvolle, erfüllende Beziehungen entfalten. Mit seinem hohen Bekanntheitsgrad als Wissenschaftler, Menschenfreund, Schriftsteller und begnadeter Redner fördert er die Verbreitung dieser Idee im großem Stil und wenn wir seinem Aufruf folgen, wird dies auch Thema der breiten Öffentlichkeit und der Medien. Dies gibt uns wiederum die Möglichkeit, uns immer wieder darauf zu besinnen, wie wir am besten miteinander in Würde leben und die Welt zum Schöneren wenden können.

In unserer Wiener Gruppe der Akademie für Potentialentfaltung, die schon zweimal stattgefunden hat, sagte Patrick, ihm wäre es wichtig, ein Bewusstsein für ein faires Miteinander in der Welt zu fördern. Wir waren uns einig, wenn wir unseren Fokus auf ein Leben in Würde richten, vor allem im Zusammenleben mit den „Schwächeren“, dann verwandelt jeder von uns, wo er / sie sich auch gerade befindet, die Welt, sie wird lebenswert. Praktische Ansätze (letztes Mal in Bezug auf Kinder) wurden gleich angedacht.

Ich plädiere auch dafür, dass wir das, was wir brauchen, wovon wir träumen, miteinander teilen, damit wir unsere Träume auch umsetzen können.  Und dass wir einander darin unterstützen, an uns selbst zu glauben und unsere Fähigkeit zu stärken, sich nach dem Würdekompass, der in uns angelegt ist, zu richten, um im Bewusstsein unserer Würde unser Leben freudvoll und gesund zu gestalten.

Es ist auch wichtig, dazu zu stehen – damit wir mit unserem Beispiel andere Menschen inspirieren und stärken.

Stell dir vor es ist Krieg und keiner geht hin!

Auf diesem Prinzip ist das kommunistische Regime des ehemaligen Ostblocks zerfallen. Die Menschen, sich ihrer Würde bewusst werdend, haben es abgelehnt dem Diktat zu folgen. Sie sind auf die Straßen raus …und dann war’s aus! – Ein historisches Beispiel dafür, was die Menschen bewirken können, wenn sie sich nicht nur in Grüppchen, sondern ganz groß verbinden.

Unten beigefügt ist die Einladung von Gerald Hüther, eine Würde-Petition zu unterschreiben. Es ist ein Aufruf, sich zu der Würde jedes einzelnen Menschen zu bekennen und das Leben in Würde für jeden einzelnen Menschen mit letzter Konsequenz anzustreben.

Gerald Hüther lädt hier auch ein, zusammen mit Michael Beilmann, miteinander kommunizierende „Würde-Gruppen“, Gemeinschaften zu bilden. Unsere Gruppe ist ein Teil davon.

Das nächste Gruppen-Treffen bei mir ist am 22. Juni um 19h, das übernächste dann im September – der vorläufige Termin – 28.9. 19h.

Ich werde mich über alle freuen, die Zeit haben und mitmachen wollen, können. Ich würde die Moderation noch eine Weile übernehmen, Meditatives, Praktisches in einem angenehmen Tempo für die Themenabwicklung überlegen. Gleichzeitig ist jeder Gast, jeder Teilnehmer mit seinen Ideen wichtig und das Treffen gestaltend.

Das hier war keine kurze Ansprache, aber es war mir wichtig. Ich danke euch für die Gedanken, die ihr euch mit mir macht, so auch mit den Gleichgesinnten der Akademie für Potentialentfaltung – auf dass die Menschen dieser Welt – Wir zu-Frieden werden.

 

Petition · Aufruf: Es geht um unsere Würde! · Change.org

www.wuerdekompass.de
www.akademiefuerpotentialentfaltung.org

 

Mit lieben Grüßen, Ludmila                    St. Peter am Wechsel  25.5.18

1 Comment

  • Ingrid Sohler

    Reply Reply 5. Juni 2018

    Liebe Ludmila,
    ich sehe dich förmlich vor mir wie du über die Wiesen und durch den Wald wanderst, sich deine Gedanken formen, du heimkommst und sie niederschreibst. Es ist ein wunderschöner Text geworden und ich unterstreiche jede Zeile.
    Ich seh’s halt so, dass die Würde jedem Menschen inne wohnt, egal in welchem Zustand er sich befindet und ob er sich dessen bewusst ist.Und er hat ein Recht darauf. Ich weiß nicht ob das in den „Menschenrechten“ festgehalten ist.
    Ich wünsch dir eine gute Umsetzung und Entwicklung und vielleicht kann ich ein bisserl was dazu beitragen.
    Mit lieben Grüßen
    Ingrid

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